Am Freitag, den 28.02.2025 war es wieder so weit: Bereits zum dritten Mal fand die Ausbildungsmesse im Frankfurter Osten in der Fabriksporthalle direkt im Nachhaltigen Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach statt. Nahezu 1300 Schülerinnen und Schüler nahmen das Angebot wahr, Unternehmen und Organisationen aus dem Frankfurter Osten kennenzulernen und sich – ganz im Sinne unseres Standortes – nachhaltig um ihre berufliche Zukunft zu kümmern.
An 45 Ständen konnten sich interessierte Schülerinnen und Schüler über rund 75 verschiedene Ausbildungsberufe informieren, sich austauschen und vor allem wichtige Erstkontakte mit potenziellen Arbeitgebern knüpfen. Dabei wurden mitunter erste Bewerbungsunterlagen eingereicht und Kontaktdaten ausgetauscht.
Unter den Gästen waren zudem Stadtverordneter Uwe Paulsen (Die Grünen), Andreas Frischkorn (Vorstand des Sportkreises Frankfurt) und Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bernhard Grieb sowie Ansgar Roese, die in einem gemeinsamen Rundgang mit zahlreichen Unternehmen ins Gespräch kamen.
Organisiert wurde die Messe von der Standortinitiative Frankfurter Osten Nachhaltig (FFN) e. V. in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Frankfurt.
Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Ausstellern, Besucherinnen und Besuchern sowie bei allen Personen, die uns tatkräftig bei der Organisation und Durchführung unterstützt haben!
Er ist einer der engagiertesten Mitwirkenden der Standortinitiative FFN e.V. und ein international gefragter Experte: Matthias Hofmeister, Geschäftsführer des Steinmetzbesitzbetriebes Firma Hofmeister. In unserem Gespräch erzählt der Steinmetz-Meister und Steinbildhauer über die aktuellen Herausforderungen interessierte, junge Leute für offene Ausbildungsstellen zu finden – und warum gerade sein Beruf dennoch eine hohe Attraktivität bietet.
WFF: Matthias, wenn wir auf den Steinmetz-Beruf blicken, ist er für uns immer etwas Besonderes, da er so außerge-wöhnlich zu sein scheint. Du bist jetzt schon viele Jahre dabei, was fasziniert Dich daran?
Hofmeister: In der Tat, ich bin auch bis heute noch leidenschaftlicher Steinmetz-Meister. Einerseits sind die Materialien, mit denen man arbeitet, total spannend. Sie kommen aus der ganzen Welt, ob aus Europa oder auch Afrika, bis hin nach Amerika und Asien. Das Coole ist aber: Man sieht bei unserem Handwerk am Ende immer sein Produkt. Wäre ich jetzt Elektriker, verschwindet die Leitung vielleicht in der Wand. Ich hingegen kann mein Werk begutachten, ob es nun der Fußboden, die Fassade oder der Grabstein ist. Und zu dieser Vielfältigkeit kommt auch noch hinzu, dass mein Job spannend, kreativ, vielseitig ist und uns handwerklich fordert.
Wie blickst du derzeit auf das Thema Ausbildung, das in den vergangen Jahren ja häufig breit diskutiert wurde? Welche Herausforderungen gibt es Deines Erachtens?
Wir als Firma Hofmeister waren schon immer ein Ausbildungsbetrieb – und uns liegt das Thema Ausbildung grundsätzlich sehr am Herzen, denn nur sie sichert die Zukunft des Handwerkes. In unserem Berufsfeld haben wir noch einmal die besondere Herausforderung, dass der Beruf des Steinmetzes überwiegend unbekannt ist und es damit auch nur wenige Betriebe gibt. In ganz Deutschland sind es überhaupt nur etwas mehr als 5.000 Betriebe. Das hat gleichzeitig auch Auswirkungen auf die Ausbildungsstruktur.
Wodurch wird das deutlich?
Die Berufsschulen sind zentralisiert, man hat also als Auszubildende immer Blockunterricht. Das hat sich über die Jahre eingespielt und ist auch in unseren Arbeitsalltag und -rhythmus integriert. Das machen wir gerne, weil wir ein großer Freund des Dualsystems in Deutschland sind. Wir brauchen diese jungen Leute und suchen immer nach neuen, engagierten Mitarbeitenden. Das haben wir in den letzten Jahren auch verstärkt gemacht und versucht, den Interessenten den Beruf schmackhaft zu machen.
Dafür ist die Ausbildungsmesse im Frankfurter Osten natürlich eine gute Gelegenheit…
Absolut! Die Ausbildungsmesse ist unsere Chance, junge Leute direkt anzusprechen. Bei der ersten Ausgabe vor zwei Jahren konnten wir eine Nachwuchskraft für unsere Ausbildung gewinnen. Er ist schon im zweiten Lehrjahr und war eine echte Bereicherung für uns – wie alle, die sich für den Beruf des Steinmetzen entscheiden. Denn nur mit Nachwuchskräften sichern wir die Zukunft des Handwerks!
Welches Potential hat eine Ausbildungsmesse konkret auch für das Nachhaltige Gewerbegebiet?
Auf einer solchen Messe kommt man gezielt ins Gespräch mit jungen Menschen aus den Stadtteilen und der umliegenden Region. Und dementsprechend ist es nicht nur für uns als Standortinitiative spannend, sondern ist mithin auch attraktiv für die Unternehmen hier in der Region. Damit haben wir etwas geschaffen, was auch in den Folgejahren positiv betrachtet werden kann. Es ist schön zu sehen, dass die Ausbildungsmesse ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender vieler Unternehmen ist.
Lass uns abschließend noch auf eine Initiatorin der Ausbildungsmesse blicken: die Standortinitiative. Wie siehst Du die Standortinitiative?
In den letzten Jahren ist mit der Standortinitiative ein super tolles Netzwerk entstanden. Wir haben uns untereinander besser kennengelernt, neue Unternehmen dazugewonnen und erfahren, welche Ideen und Persönlichkeiten sich hinter den zahlrechen Firmen hier verstecken. Und wir unterstützen uns gerne, denn man freut sich doch Aufträge an Betriebe zu geben, die direkt um die Ecke sind. Gleichzeitig können wir stolz auf die gemeinsamen Projekte sein. Sei es Workshopveranstaltungen, der Clean-up-day oder die Ausbildungsmessen: Wir haben gemeinsam nachhaltige Ideen und Projekte initiiert, die weit über unser Gebiet Aufmerksamkeit geschaffen haben. Wenn wir es jetzt noch schaffen, auch in Richtung der Stadtpolitik ein bisschen sichtbarer zu werden, können wir in Zukunft noch mehr bewegen.
Lieber Matthias, vielen Dank für Deine Zeit und das angenehme Gespräch. Und viel Erfolg für die Ausbildungsmesse!
Matthias Hofmeister ist Steinmetz-Meister und als vereidigter Sachverständiger ein echter Experte in Sachen Naturstein. Der 57-Jährige führt die Firma Hofmeister in fünfter Generation, ein Betrieb, den es seit 1864 in Frankfurt am Main gibt, der seine Werkstatt und den Firmensitz seit Anfang der 60er-Jahre im Riederwald hat. In der Nähe des Frankfurter Hauptfriedhofs haben sie eine weitere Ausstellung. Hofmeister selbst engagiert sich seit vielen Jahren in der Standortinitiative – und ist mit seinen Kollegen auch auf der Ausbildungsmesse vertreten.
Am 28. Februar 2025 ist es wieder so weit. Die große Ausbildungsmesse im Frankfurter Osten findet von 9 bis 15 Uhr in der Fabriksporthalle W80, Wächtersbacher Str. 80, 60386 Frankfurt am Main statt.
Am 4. Februar 2025 lud das gemeinsame Standortbüro der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH und des Klimareferats der Stadt Frankfurt am Main Unternehmen und Akteur:innen des Nachhaltigen Gewerbegebiets zu einem offenen Standort-Workshop ein. Unter dem Motto „Nachhaltige und kooperative Weiterentwicklung unseres Gewerbegebiets“ fanden in den Räumlichkeiten der Frankfurter Werkgemeinschaft (fwg) zwischen den insgesamt 31 Teilnehmenden aus 20 Unternehmen engagierte Gespräche statt. Darüber hinaus sind viele neue Ideen entstanden, um das Gebiet zukunftsfähig und nachhaltig zu gestalten.
Der Einladung zum Workshop, moderiert von der Lust auf besser Leben gGmbH, kamen Mitlieder der Standortinitiative FFN e.V. sowie weitere Unternehmen und Akteur:innen aus dem Frankfurter Osten nach. Ziel war es, konkrete Vorschläge zu entwickeln, die sowohl die nachhaltige Entwicklung als auch die Zusammenarbeit vor Ort steigern. Der Fokus lag auf der allgemeinen Förderung und Weiterentwicklung des Gebiets. Ziel war es, konkrete Vorschläge zu entwickeln, die sowohl die nachhaltige Entwicklung als auch die Zusammenarbeit vor Ort steigern. Der Fokus lag auf der allgemeinen Förderung und Weiterentwicklung des Gebiets.
In den kommenden Wochen werden die Ergebnisse des Standort-Workshops noch einmal resümiert und ausgewertet. Als erste konkrete Maßnahme ist die Einführung eines monatlichen Stammtisches zu verschiedenen Themen bei wechselnden Gastgebern geplant. Zudem soll ein neuer und schnellerer Kommunikationskanal unter den ansässigen Akteur:innen eingerichtet werden.
Das Nachhaltige Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2016 als Modell für nachhaltiges und kooperatives Wirtschaften etabliert. Der Workshop war ein wichtiger Schritt, diesen Kurs weiter zu festigen und die Zusammenarbeit vor Ort zu stärken.
Eine detaillierte Übersicht über die Ergebnisse des Workshops finden Sie hier:
Das Wirtschaftsministerium Hessen hat einen Praxisleitfaden veröffentlicht, der einen Überblick gibt wie Kommunen nachhaltige Gewerbegebiete umsetzen können. Das Nachhaltige Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach ist neben vielen weiteren Gewerbegebieten als Best-Practice-Beispiel im Leitfaden aufgeführt und dient damit anderen als Vorbild, wie kooperativ und zukunftsorientiert ein Bestandsgewerbegebiet nachhaltig weiterentwickelt werden kann.
Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu und das Team des Standortbüros im Nachhaltigen Gewerbegebiet blickt gemeinsam mit der Standortinitiative FFN e. V auf ein ereignisreiches Jahr zurück.
Das Standortbüro im Nachhaltigen Gewerbegebiet lädt am 04. Februar 2025 herzlich zu einem offenen Standort-Workshop ein. Alle Aktuer:innen an unserem Standort im Frankfurter Osten können teilnehmen.
Das Klimareferat der Stadt Frankfurt am Main zeichnet auch 2025 wieder besonders engagierte Unternehmen aus dem Nachhaltigen Gewerbegebiet als Demonstrationsprojekte aus. Das gemeinsame Standortbüro ruft daher Unternehmen aus dem Nachhaltigen Gewerbegebiet auf, sich für das Jahr 2025 zu bewerben.