Direktreduktion von Feineisenerz
Für alle, die mit dem Begriff ‚Direktreduktion von Feineisenerz‘ nichts anfangen können, hier erst einmal eine ganz grobe Erklärung: Der Grundstoff der Stahlproduktion ist Eisenerz. Um daraus Roheisen herzustellen, muss der Sauerstoff aus dem Eisenerz entfernt werden, um metallisches Eisen zu bilden – die sogenannte Reduktion.
Die Direktreduktion ist ein umweltschonenderes Alternativverfahren zu den Hochöfen, die wir wahrscheinlich alle im Kopf haben, sobald man ‚Eisenproduktion‘ hört. Bei diesem Hochofenverfahren fallen pro Tonne Stahl bis zu 2 Tonnen CO2 an.
Bei dem herkömmlichen Verfahren der Direktreduktion in Schachtöfen wird der Sauerstoff bei Temperaturen von über 1000 °C mit Erdgas aus dem Eisenerz entfernt, das für den Prozess vorher aufwendig pelletiert werden muss. Das Produkt des Verfahrens ist sogenannter Eisenschwamm, dieser wird weiter zu Rohstahl verarbeitet. Bei der Verwendung von Erdgas fällt immer noch etwa 1 Tonne CO2 pro Tonne Stahl an.
Was macht die Circored™ Pilot Anlage anders?
Das Circored™-Verfahren, eine firmeneigene Technologie von Metso, ermöglicht eine Reduktion unter der ausschließlichen Verwendung von Wasserstoff. Sie verfügt über elektrische Heizungen, um einen nahezu CO2-freien Betrieb zu ermöglichen.
In der CircoredTM-Pilotanlage werden in Zukunft eine Vielzahl von Eisenerzarten im Tonnenmaßstab getestet, wodurch zum einen Prozessdaten für die Konstruktion zukünftiger Anlagen im kommerziellen Maßstab gewonnen werden und zum anderen industrielle Versuche in vorhandenen Schmelzöfen durchgeführt werden können.
Eröffnungsfeierlichkeiten
Zur Eröffnung am 10.09.2025 gaben Pia Karhu (President Minerals), Mario Schulz (Vice President Delivery), Max Köpf (Director Services), Attaul Ahmad (Vice President Ferrous & Heat) aus der Geschäftsleitung von Metso kurze Grußworte. Markus Waltz von der KfW Bank erläuterte kurz Finanzierungsoptionen über die KfW Bank. Als positiven Abschluss erklärte Beven Xiberras von Rio Tinto in Australien, wieso sie als erste Kunden eine solche Anlage zu Versuchszwecken nutzen möchten.
Aus dem Nachhaltigen Gewerbegebiet in die Welt
Ein Verfahren, dass in Deutschland entwickelt wurde und nun von einem finnisch-deutschen Unternehmen in die Welt getragen wird, verändert eine der ältesten und umweltkritischsten Industrien – und das direkt aus unserem Nachhaltigen Gewerbegebiet heraus. Wir sind gespannt, was sich noch so alles in den nächsten Jahren bei der Metso, aber auch im restlichen nachhaltigen Gewerbegebiet bewegen wird.






