Die Animation „Grünes Kraftwerk“ dokumentiert und visualisiert klimafreundliche Energieerzeugungseinheiten, die sich im Nachhaltigen Gewerbegebiet befinden. Seit 2019 wird der Ausbau klimafreundlicher Energieerzeugung im Nachhaltigen Gewerbegebiet im Grünen Kraftwerk dargestellt. Auf der Webseite des Grünen Kraftwerks werden die Anlagen in einer animierten Karte des Gebietes dargestellt. 

Die Standortinitiative FFN e. V. hatte sich das Ziel gesetzt, die installierte Leistung dieser Anlagen im Grünen Kraftwerk bis zum Jahr 2025 auf 3 Megawattpeak (MWp) auszubauen. Das Ziel wurde nun erreicht und die installierte Leistung übertrifft mit aktuell 3,353 MWp das gesetzte Ziel.

Das Ziel wurde im Mai 2026 mit der Inbetriebnahme der 750 kWp starken Photovoltaikanlage auf dem Equinix‑Rechenzentrum FR2 erreicht. Sie ist damit die aktuell größte PV‑Anlage im Nachhaltigen Gewerbegebiet. Die Anlage hat eine Modulfläche von rund 3.600 m² und erzeugt prognostiziert etwa 690.000 kWh Solarstrom pro Jahr. Dieser wird zu 100 Prozent direkt vor Ort im Rechenzentrum FR2 genutzt und leistet damit einen konkreten Beitrag zur Reduzierung des externen Strombezugs.  

Das Erreichen des Ziels stellt ein Meilenstein dar und soll Unternehmen und Eigentümer:innen motivieren, weiter in klimafreundliche Energielösungen zu investieren. Es gibt neben dem Klimaschutz viele weitere Vorteile, erneuerbare Energie selbst zu erzeugen, wie eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit durch geringe Energiekosten, mehr Resilienz gegenüber externen Energiepreisschocks, mehr Energiesouveränität und damit eine gesteigerte Versorgungssicherheit, eine höhere Nachhaltigkeitsbewertung, steuerliche Vorteile durch Abschreibeoptionen, Möglichkeit der Inanspruchnahme von Förderprogrammen, wie der städtische Klimabonus, für 20 Jahre staatlich garantierte Vergütung des Überschussstroms, Nutzung ungenutzter Dachflächen zur Stromgewinnung, ein positives Image und Werbeeffekt, eine relativ lange Lebensdauer und geringe laufende Kosten.

Für die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen ist ein möglichst hoher Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms wesentlich. Stromspeicher und Energiemanagementsysteme (EMS) können dabei helfen, den Eigenverbrauch zu optimieren, Lastspitzen zu glätten (Peak Shaving) und Strommarkt-Arbitrage zu betreiben. Peak Shaving reduziert die Spitzenlast des Stromverbrauchs in Zeiten hoher Stromnachfrage und ermöglicht es Unternehmen dadurch, ihre Energiekosten zu senken. Arbitrage bezeichnet in der Energiebranche die Praxis, Strom zu kaufen, wenn die Preise niedrig sind, und ihn zu verkaufen, wenn die Preise höher sind, um so von der Preisdifferenz zu profitieren. Sowohl Peak Shaving als auch Arbitrage helfen dabei, das Stromnetz zu entlasten und damit dessen Ausbaubedarf und Stromausfallrisiken zu reduzieren.

Eine Erhöhung des Eigenverbrauchs ist auch durch die Elektrifizierung der Sektoren „Mobilität“ durch die Umstellung auf E-Fahrzeuge und „Wärme“ durch den Ersatz fossiler Wärmeerzeuger mit bspw. Wärmepumpen und deren Kopplung an die Eigenerzeugung von erneuerbarem Strom möglich. Letztlich ermöglicht die Elektrifizierung und Integration der Stromerzeuger, -verbraucher und -speicher in einem Energiesystem und dessen intelligente Steuerung mit Hilfe eines EMS die Flexibilisierung von Strombezug und -verbrauch und damit eine gesteigerte Wirtschaftlichkeit und Stromnetz-Dienlichkeit.

Finanzielle und praktische Unterstützung können Sie für Ihr Solarprojekt durch folgende Bausteine erhalten: 

Förderprogramm „Klimabonus“ der Stadt Frankfurt am Main: Gefördert werden Klimaschutzmaßnahmen, wie PV-Anlagen, auch Solar-Gründächer, und Stromspeicher sowie Klimaanpassungsmaßnahmen, wie Begrünungen, Entsiegelungen und Zisternen. Für Solaranlagen werden beispielsweise 20 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen. Der Antrag ist in nur ca. zehn Minuten ausgefüllt – und die allermeisten Anträge (ca. 90 Prozent) werden positiv beschieden. Mehr erfahren und zum Online-Antragsformular: frankfurt.de/Klimabonus 

Impulsberatung Photovoltaik: Kostenlose Beratung durch die LandesEnergieAgentur Hessen (LEA Hessen). Anfrage per Mail an: mailto:solar@lea-hessen.de sowie Infos in der Broschüre „PHOTOVOLTAIK für Gewerbebetriebe und Unternehmen“.

Solar-Fachbetriebe: Eine Liste von Solar-Fachbetrieben, die bei Ihrem Projekt unterstützen können, finden Sie hier: Fachbetriebsliste Solar (PDF) 

Wenn Sie nicht selbst in eine Anlage investieren möchten, können Sie mittels eines sogenannten Power Purchase Agreements (PPAs) einen langfristigen Stromliefervertrag zwischen Ihnen als Letztverbraucher und einem Stromerzeuger bzw. Betreiber der Solaranlage auf Ihrer Fläche abschließen. PPAs sind Stromabnahmeverträge (Stromlieferverträge), bei dem ein externer Dienstleister (Contractor) eine Solaranlage auf Ihrer Fläche plant, finanziert, installiert und betreibt. Der Contractor übernimmt zudem die Wartung und trägt das Risiko für die Anlage. Er liefert Ihnen den Solarstrom zu einem individuell kalkulierten, langfristigen Solarstromtarif, der meist unter dem Netzstrompreis liegt.

Wenn Sie Eigentümer:in eines vermieteten Gewerbeobjekts sind, kann das Modell „gewerblicher Mieterstrom“ zum Einsatz kommen. Beim gewerblichen Mieterstrommodell installiert und betreibt ein externer Dienstleister eine Solaranlage auf einer Gewerbeimmobilie und verkauft den erzeugten Strom direkt an die Mieter:innen – meist zu einem Preis, der unter dem Netzstrompreis liegt. Die Mieter:innen profitieren von günstigerem, grünem Strom ohne Investitionskosten, während der Dienstleister die Anlage finanziert und über die Stromerlöse sowie ggf. Einspeisevergütungen refinanziert. Der Vermieter kann durch Dachverpachtung oder eine attraktivere Immobilie profitieren.

Das Grüne Kraftwerk zeigt: Nachhaltigkeit lohnt sich – für Ihr Unternehmen, das Gewerbegebiet und das Klima. Nutzen Sie die Chancen, die das Nachhaltige Gewerbegebiet bietet, und werden Sie Teil seiner Erfolgsgeschichte! 

Claus Lauth
Author: Claus Lauth