Er ist einer der engagiertesten Mitwirkenden der Standortinitiative FFN e.V. und ein international gefragter Experte: Matthias Hofmeister, Geschäftsführer des Steinmetzbesitzbetriebes Firma Hofmeister. In unserem Gespräch erzählt der Steinmetz-Meister und Steinbildhauer über die aktuellen Herausforderungen interessierte, junge Leute für offene Ausbildungsstellen zu finden – und warum gerade sein Beruf dennoch eine hohe Attraktivität bietet.
WFF: Matthias, wenn wir auf den Steinmetz-Beruf blicken, ist er für uns immer etwas Besonderes, da er so außerge-wöhnlich zu sein scheint. Du bist jetzt schon viele Jahre dabei, was fasziniert Dich daran?
Hofmeister: In der Tat, ich bin auch bis heute noch leidenschaftlicher Steinmetz-Meister. Einerseits sind die Materialien, mit denen man arbeitet, total spannend. Sie kommen aus der ganzen Welt, ob aus Europa oder auch Afrika, bis hin nach Amerika und Asien. Das Coole ist aber: Man sieht bei unserem Handwerk am Ende immer sein Produkt. Wäre ich jetzt Elektriker, verschwindet die Leitung vielleicht in der Wand. Ich hingegen kann mein Werk begutachten, ob es nun der Fußboden, die Fassade oder der Grabstein ist. Und zu dieser Vielfältigkeit kommt auch noch hinzu, dass mein Job spannend, kreativ, vielseitig ist und uns handwerklich fordert.
Wie blickst du derzeit auf das Thema Ausbildung, das in den vergangen Jahren ja häufig breit diskutiert wurde? Welche Herausforderungen gibt es Deines Erachtens?
Wir als Firma Hofmeister waren schon immer ein Ausbildungsbetrieb – und uns liegt das Thema Ausbildung grundsätzlich sehr am Herzen, denn nur sie sichert die Zukunft des Handwerkes. In unserem Berufsfeld haben wir noch einmal die besondere Herausforderung, dass der Beruf des Steinmetzes überwiegend unbekannt ist und es damit auch nur wenige Betriebe gibt. In ganz Deutschland sind es überhaupt nur etwas mehr als 5.000 Betriebe. Das hat gleichzeitig auch Auswirkungen auf die Ausbildungsstruktur.
Wodurch wird das deutlich?
Die Berufsschulen sind zentralisiert, man hat also als Auszubildende immer Blockunterricht. Das hat sich über die Jahre eingespielt und ist auch in unseren Arbeitsalltag und -rhythmus integriert. Das machen wir gerne, weil wir ein großer Freund des Dualsystems in Deutschland sind. Wir brauchen diese jungen Leute und suchen immer nach neuen, engagierten Mitarbeitenden. Das haben wir in den letzten Jahren auch verstärkt gemacht und versucht, den Interessenten den Beruf schmackhaft zu machen.
Dafür ist die Ausbildungsmesse im Frankfurter Osten natürlich eine gute Gelegenheit…
Absolut! Die Ausbildungsmesse ist unsere Chance, junge Leute direkt anzusprechen. Bei der ersten Ausgabe vor zwei Jahren konnten wir eine Nachwuchskraft für unsere Ausbildung gewinnen. Er ist schon im zweiten Lehrjahr und war eine echte Bereicherung für uns – wie alle, die sich für den Beruf des Steinmetzen entscheiden. Denn nur mit Nachwuchskräften sichern wir die Zukunft des Handwerks!
Welches Potential hat eine Ausbildungsmesse konkret auch für das Nachhaltige Gewerbegebiet?
Auf einer solchen Messe kommt man gezielt ins Gespräch mit jungen Menschen aus den Stadtteilen und der umliegenden Region. Und dementsprechend ist es nicht nur für uns als Standortinitiative spannend, sondern ist mithin auch attraktiv für die Unternehmen hier in der Region. Damit haben wir etwas geschaffen, was auch in den Folgejahren positiv betrachtet werden kann. Es ist schön zu sehen, dass die Ausbildungsmesse ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender vieler Unternehmen ist.
Lass uns abschließend noch auf eine Initiatorin der Ausbildungsmesse blicken: die Standortinitiative. Wie siehst Du die Standortinitiative?
In den letzten Jahren ist mit der Standortinitiative ein super tolles Netzwerk entstanden. Wir haben uns untereinander besser kennengelernt, neue Unternehmen dazugewonnen und erfahren, welche Ideen und Persönlichkeiten sich hinter den zahlrechen Firmen hier verstecken. Und wir unterstützen uns gerne, denn man freut sich doch Aufträge an Betriebe zu geben, die direkt um die Ecke sind. Gleichzeitig können wir stolz auf die gemeinsamen Projekte sein. Sei es Workshopveranstaltungen, der Clean-up-day oder die Ausbildungsmessen: Wir haben gemeinsam nachhaltige Ideen und Projekte initiiert, die weit über unser Gebiet Aufmerksamkeit geschaffen haben. Wenn wir es jetzt noch schaffen, auch in Richtung der Stadtpolitik ein bisschen sichtbarer zu werden, können wir in Zukunft noch mehr bewegen.
Lieber Matthias, vielen Dank für Deine Zeit und das angenehme Gespräch. Und viel Erfolg für die Ausbildungsmesse!
Matthias Hofmeister ist Steinmetz-Meister und als vereidigter Sachverständiger ein echter Experte in Sachen Naturstein. Der 57-Jährige führt die Firma Hofmeister in fünfter Generation, ein Betrieb, den es seit 1864 in Frankfurt am Main gibt, der seine Werkstatt und den Firmensitz seit Anfang der 60er-Jahre im Riederwald hat. In der Nähe des Frankfurter Hauptfriedhofs haben sie eine weitere Ausstellung. Hofmeister selbst engagiert sich seit vielen Jahren in der Standortinitiative – und ist mit seinen Kollegen auch auf der Ausbildungsmesse vertreten.











